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Aktualisiert: 27. Feb. 2024

Dies ist die Geschichte meines Erstkontakts mit der dji Mavic Mini (bezahlter Link). Es war mitten in der Nacht. Meine Frau und unsere Kinder schliefen bereits, und ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten: Ich musste diese kleine Drohne, die da vor mir auf dem Schreibtisch in meinem Streaming und Vlogging Studio lag, einfach ausprobieren. Die Akkus hatte ich bereits aufgeladen, die Firmware wurde gerade aktualisiert und ich konnte mich vor Vorfreude und Spannung kaum noch auf die Partie „Call Of Duty: Modern Warfare“ konzentrieren. Immer wieder wanderte mein Blick auf das Display meines Samsung Note 10, das da in der Fernbedienung der Mavic steckte und den Fortschritt der Aktualisierung anzeigte. Noch zehn Prozent. Fünf. Dann war es geschafft.


dji Mavic Mini

Was sollte schon passieren?

Noch mit dem Headset auf den Ohren schnappte ich mir das kleine Fluggerät und brachte es in den Flur – ein Start im Studio war mir ob der darin verbauten und nicht gerade günstigen Technik dann doch zu riskant. Vor den nun folgenden Schilderungen sei erwähnt, dass ich noch nie zuvor eine Drohne besessen habe und der Startversuch in der Wohnung dementsprechend mein erster war. Aber was sollte schon groß passieren …?!


Die Verbindung zwischen der Fernbedienung, die mit meinem Smartphone gekoppelt war, und der Drohne war ja bereits hergestellt. Also suchte ich auf dem Display des Note 10 nach einer Option für den Start und fand die Schaltfläche ganz links an der Seite. Nach einem mutigen Druck darauf erschien ein weiterer, größerer Button direkt in der Mitte des Bildschirms. Nun war ich schon etwas nervöser. Dennoch tippte ich auch auf diese Schaltfläche und sah, wie sich ein grüner Rahmen um den Kreis aufbauen wollte, den ich aber durch zu kurze Betätigung an seiner vollen Ausbreitung hinderte.


Also verweilte ich beim nächsten Mal längere Zeit mit dem Finger auf der Fläche. Was dann, als sich der Kreisrahmen geschlossen hatte, geschah, war für mich gleichermaßen beeindruckend wie erschreckend. Die Mavic Mini stieg kerzengerade und ohne nennenswertes Ausbrechen auf die angekündigte Höhe von 1,20m auf und verharrte dort in absolut stabiler Manier. Sie war dabei aber um einiges lauter, als ich es erwartet hätte. Und wie eingangs erwähnt: Meine Frau und unsere beiden Kleinen lagen bereits im Bett.


Manuell landen? Ja wie denn?

Da stand ich nun mit dem Headset auf den Ohren, das ich kurz lupfte, um mich von dem wahren Ausmaß der akustischen Ruhestörung um 1 Uhr morgens zu überzeugen. Vor mir, auf Bauchhöhe, schrie mich das Surren der Mavic Mini an, und ich bekam irgendwie Panik. „Lande das Teil“, schoss es mir durch den Kopf. Schließlich hatte ich mit meiner Frau tagsüber abgemacht, die Drohne eben nicht das erste Mal zu Hause, sondern im Freien starten zu lassen. Und wenn die Kids erstmal außerplanmäßig wach werden, kann man die weitere Nachtruhe vergessen. Ich fand den „Landen“-Knopf auf dem Dashboard, betätigte ihn und merkte, wie sich Erleichterung in mir breitmachte, als das kleine beige-graue Kästchen gen Fußboden sank.


Entsprechend groß war der Schock, als mir ein Piepen und eine Einblendung auf dem Bildschirm mitteilten, dass der Untergrund zu unsicher für eine automatische Landung sei und ich das Ganze doch bitte manuell erledigen sollte. Das Problem: In meiner Aufregung habe ich überhaupt nicht mehr an die beiden Stickt der Fernbedienung gedacht, sondern war nur noch auf das Smartphone fokussiert. Und dort fand ich auf Teufel komm raus keine Steuerungsmöglichkeiten.


dji Mavic Mini

Was also tun? Kurzerhand schnappte ich zu. Ich griff die Mavic von oben, was auch zunächst gut ging. Doch als diese dann noch zwei Gänge höher schaltete, um dem Tornado zu entkommen, der sie offenbar verschluckt hatte (das zumindest muss die Drohne in diesem Moment „gedacht“ haben), wurde es noch lauter … und ich noch panischer! „Rückzug ins Studio“ dachte ich mir, ging in das Zimmer und schloss mit einer Hand von innen die Tür, während mir fast zeitgleich ein heftiger Schmerz in den Mittelfinger der anderen schoss. Ich hatte für einen Moment nicht aufgepasst und war mit diesem in einen der Propeller geraten. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie so etwas endet: In einer ziemlich „fetzigen“ Wunde, die ganz schön weg tun und nichts ist, was man regelmäßig bräuchte.


Und plötzlich war alles still

Fluchend und verzweifelt kippte ich die Mavic Mini ein wenig. Gerade so, dass ich an den Ein- und Ausschaltknopf an ihrer Unterseite herankam. Doch egal, ob ich diesen kurz, lang, zweimal, dreimal oder viermal hintereinander betätigte: Es tat sich nichts. Was konnte ich noch tun? Sie aus dem Fenster schmeißen? Aber dann würde sie halt dort noch eine knappe halbe Stunde Lärm machen. Hier mit ihr warten, bis der Akku leer ist und hoffen, dass sich weder der Rest meiner Familie noch unsere Nachbarn beschwerten?


Das schien mir auch keine wirklich praktikable Lösung zu sein. Bei einem verzweifelten, letzten Versuch, doch noch etwas über den Power-Knopf ausrichten zu können, geschah dann das Wunder: Mit einem Mal blieben die Motoren stehen, die Propeller drehten sich nicht mehr und es kehrte Ruhe ein. Offenbar hatte ich die Drohne derart weit auf den Kopf gedreht, dass eine Art Notabschaltung initiiert wurde. Im Sinne von: „Wenn ich hier jetzt schon abschmier’, dann gebe ich auf meinem Sturzflug gen Boden wenigstens nicht auch noch Gas!“


Erleichtert sank ich erstmal in den Stuhl, legte die Mavic Mini auf den Tisch und brabbelte irgendetwas wie „Wow, was für ein Start mit uns“ in ihre Richtung. Dann spülte ich im Badezimmer die Wunde aus, machte ein Pflaster drauf und lauschte vor dem Zubettgehen noch einmal, ob sich im Kinderzimmer etwas regte. Da niemand wach geworden war, legte ich mich – etwas angeschlagen, aber beruhigt – ebenfalls ins Bett. So mussten sich die Pioniere der Luftfahrt gefühlt haben, als sie einst todesmutig das versuchten, was vor ihnen noch keiner gewagt hatte. Manchmal muss man sich die Dinge einfach schön reden …


(bezahlter Link)


Aktualisiert: 27. Feb. 2024

Seit Anfang 2023 nutze ich die dji Ronin 4D-6K für den professionellen Einsatz als Videograf. Zeit für einen Erfahrungsbericht!


Als ich Ende 2022 die ersten Videos über die dji Ronin 4D auf YouTube sah, war ich hin und weg. Ich bin jemand, der außergewöhnliche Technikansätze liebt. Ob das LG Wing Smartphone mit drehbarem Zweitdisplay, der herausfahrbare Oled-TV derselben Firma oder die neuesten Entwicklungen bei VR-Brillen: So etwas begeistert und fasziniert mich.

 

Als Videograph unterscheide ich dabei nach Technik, die ich zwingend benötige, Technik, die mir meine Arbeit oder spezielle Bereiche davon erleichtert, und Technik, die mich inspiriert und meine Kreativität als Creator beflügelt.

 

Seit Anfang 2023 nutze ich die dji Ronin 4D-6K für den professionellen Einsatz als Videograf. Zeit für einen Erfahrungsbericht!

Die dji Ronin 4D bietet einen eindrucksvollen Anblick und hat immer alles an Bord: Monitor, Griff, Gimbal, Akku und bei Bedarf weitere, hinzukaufbare Module (z.B. für die 1TB ProSSD).


Hakeliger Erstkontakt

Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium für mich ist für mich die Verlässlichkeit von Technik. Und genau in diesem Bereich hatte ich nach dem Kauf der Ronin 4D zunächst erhebliche Zweifel, denn die Kamera war schlichtweg nicht zu gebrauchen. Als ich die Firmware über mein MacBook Pro auf den neuesten Stand bringen wollte, zeigte mir das spezielle Installationsprogramm bei mehreren Versuchen einen Erfüllungsstand von ca. 80% an, bootete die Kamera aber dennoch neu und zeigte mir auf ihrem Monitor an, dass die Firmware auf dem neuesten Stand sei.

 

Trotzdem erziele ich bei Verwendung des E-Mount-Adapters und meiner Sony-E-Mount-Objektive ausschließlich unscharfe Bilder, die zudem selbst bei niedrigen ISO-Einstellungen oder auf der untersten nativen ISO-Einstellung von 800 stark verrauscht waren. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass die dji Ronin 4D ein sehr teurer Fehlkauf war. Ich habe sogar alles wieder eingepackt und wollte die Kamera zurückgeben, doch der Händler stellt sich, da ich über mein Unternehmen eingekauft hatte, quer und auf Ebay war der Zuspruch eher mäßig.

 

Zum Glück!

 

Liebe auf den zweiten Dreh

Ein paar Tage später packte es mich dann doch noch einmal. Ich wollte nicht glauben, dass dieses System nicht mehr auf dem Kasten hat. Also kramte ich meinen alten PC-Laptop heraus und startete erneut den Update-Prozess der Firmware. Und siehe da: Er lief bis 100 % durch. Und auch das auf dem MacBook Pro noch komplett verweigerte Update für den E-Mount-Adapter funktionierte nun.

 

Als ich im Anschluss die ersten Testaufnahmen machte, hätte ich erleichterter nicht sein können: Alles war super scharf, rauschfrei und sah einfach fantastisch aus!

 

Hatte ich mich mit meinen Sony-Cams nie durchringen können, mit Farbprofilen zu arbeiten, weckte das durchdachte System der Ronin 4D mit integriertem 5.5 Zoll-Display meine Experimentierfreude. Denn anders als bei Sony, wo ich bei angeschlossenen externen Monitoren erst einmal LUTs auf einer SD-Karte speichern und dann auf den Monitor übertragen muss, um einen Eindruck des später farbkorrigierten Bildes zu sehen, sind diese bei der Ronin 4D direkt verfügbar. Ich sehe also bereits während der Live-Aufnahme das ungefähre Color-Grading-Ergebnis auf dem zur Grundausstattung der dji Ronin 4D zählenden großen, 1.000 Nits hellen Display.

 

So bringt Tap To Focus endlich Spaß

Ein weiterer Vorteil gegenüber meiner Sony a7SIII und FX 3 betrifft den Umgang mit Tap To Focus. Diese Funktion ist bei den genannten Cams nur über das integrierte Display, aber nicht über einen angeschlossenen, größeren externen Monitor, wie zum Beispiel einen Atomos Ninja oder Shogun, nutzbar. Selbst bei stationären Aufnahmen ist es dadurch mitunter ungemein schwierig, den richtigen Fokuspunkt zu erwischen. Das Ganze wird noch komplizierter, wenn man die Sony-Cams auf einen Gimbal setzt. Bei der dji Ronin 4D ist diese praktische Funktion, ebenso wie das Zeichnen eines Tracking-Rechtecks für einen automatisch zu verfolgenden Motivbereich, super einfach über den großen Monitor praktizierbar – selbst wenn man sie im Gimbal-Modus verwendet.


Die Kamerafahrten dieses Videos sind mit der dji Ronin 4D-6K entstanden und mussten nachträglich nicht in Adobe Premiere stabilisiert werden.


Guter Lidar-Autofokus – auch bei manuellen Objektiven

Der nicht nur unter guten Lichtverhältnissen stabil und schnell funktionierende Autofokus über das externe, modulare Lidar-System liegt zwar nicht ganz auf dem herausragenden Niveau von Sony und Canon, dafür erhält man mit seiner Hilfe auch für manuelle Linsen eine Autofokus-Option. Wer diese benötigt, muss das als Zubehör erhältliche motorisierte Follow-Fokus-Modul erstehen und installieren. Während autofokus-fähige Objektive nach dem Anbringen automatisch erkannt und auf Knopfdruck kalibriert werden, müssen manuelle Objektive zunächst manuell kalibriert werden. Dies gelingt in wenigen Minuten und sorgt dafür, dass diese im Anschluss daran punktgenau über das Zahnrad am Modul von außen die Fokussierungsimpulse des Lidar-Sensors an die Linse weitergeben.

 

Übung macht den Meister Die drei vorhandenen AF-Modi Spot, Wide und Smart funktionieren gut, wenn man weiß, wann man welche Einstellung benutzen muss. Und genau darin liegt das Geheimnis hinter dem System – und auch hinter der immer wieder lautwerdenden Kritik an ihm. Als wir alle irgendwann einmal angefangen haben, mit Sony, Canon oder einer Kamera eines anderen Herstellers zu shooten, konnten wir auch nicht sofort mit allen Optionen perfekt umgehen. Ich musste immer wieder ausprobieren und üben, um ab einem gewissen Zeitpunkt sicher mit der a7SIII, FX3, a7c und a9II umgehen zu können. Diese Zeit sind wir heute, selbst beim Umstieg auf ein komplett neues System, offenbar nicht mehr gewillt, zu investieren und kritisieren es, anstatt erst einmal mit ihm zu üben. Dabei lohnt sich der investierte Aufwand!


Auf zu neuen Ufern

Mit der dji Ronin 4D habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft mit manuellem Fokussieren auseinandergesetzt. Sie bietet nämlich einen Modus, bei dem der Lidar-Autofokus zwar eine Einstellung vorgibt, man aber über das Einstellrad am rechten Griff einspringen und die eingestellte Schärfeebene manuell verändern kann. Das ist wie ein KI-unterstütztes Training und nicht nur dann hilfreich, wenn der Autofokus tatsächlich einmal daneben liegt.

 

Man kann auf diese Weise auch ganz einfach den Fokuspunkt fixieren. Sitzt die Schärfe zum Beispiel perfekt auf dem Gesicht einer Person, die Ihr filmt, und ihr merkt, dass gleich jemand zwischen ihr und der Kamera durchgeht oder bei Eurer Bewegung ein anderes Objekt dazwischenkommt, fixiert ihr das Fokus-Rad einfach für diesen Moment mit dem Daumen der rechten Hand, sodass sich nichts verstellen kann. Ist der Blick auf das Motiv wieder frei, lasst ihr das Rad einfach wieder los. Genial!

  

Reaktionsschnelles Tracking

Der Smartfokus mit Gesichtstracking funktioniert hervorragend und selbst bei vollem Sprint und dank Lidar auch im Dunklen. Ihr müsst nur darauf achten, sowohl die Reaktionszeit als auch die eigentliche Geschwindigkeit des Trackings auf „low“ zu stellen. Bei meinen ersten Test-Shootings hatte ich „fast“ gewählt, was dazu führte, dass die vertikalen Bewegungen der aufgenommen Person derart schnell verfolgt wurden, dass das Gimbal zwar meine Bewegungen als Kameramann ausgeglichen hat, aber zugleich durch das Tracking des Kopfes der aufgenommen Person eigene Auf- und Ab-Bewegungen hinzufügte.

 

Aber genau das ist es, was ich vorhin meinte: Man lernt das System mit der Zeit kennen und erzielt immer bessere Ergebnisse. Und bei der dji Ronin 4D bringt das eine Menge Spaß – nicht nur, weil das Menü das Beste ist, mit dem ich bisher arbeiten durfte. Auch das Bildmaterial sieht sensationell gut aus, es lässt sich anschließen einfach und umfangreich bearbeiten und die Kombination aus Gimbal- und Tracking-Fähigkeiten lässt Aufnahmen zu, für die man bei anderen Kameras erst aufwendige Umbauten und Kalibrierungen benötigen würde.

 

Einfach schnappen, einschalten und losfilmen: Mit der dji Ronin 4D machen B-Roll-Shootings und ausgedehnte Kamerafahrten endlich Spaß.


Ideal für spontane Aufnahmen

In meinem Job kommt es immer wieder zu den unterschiedlichsten Anforderungen, die auch mal spontaner Natur sein können. So drehe ich aktuell eine Videoserie für die Schön Klinik Hamburg Eilbek und eines Tages standen sowohl eine Interviewsequenz als auch mehrere Einstellungen im Operationssaal an. Allerdings konnte der Einsatz im OP nicht genau geplant werden, sondern alles musste, als der Eingriff dann begann, ungeheuer schnell gehen. Durch den Einsatz der Ronin 4D konnte ich diese einfach vom Tripod nehmen und während der Operation im Gimbal-Modus für butterweiche Fahrten um die Patientin und Ärzte herum nutzen.

 

Auch für alle, die viel B-Roll-Material für ihre YouTube-Videos drehen müssen, stellt die 4D einen echten Mehrwert dar. Ich hatte nie große Lust, mein Gimbal dafür rauszuholen und ggf. noch eine weitere Cam mitzunehmen. Jetzt schnappe ich mir einfach die 4D, habe immer alles dabei und kann unterwegs entscheiden, wieviel Gimbal-Einsatz ich tatsächlich benötige.

 

Imposante Erscheinung

Seit vielen Jahren hatte ich nicht mehr so viel Spaß mit einer Kamera. Und ich wurde noch nie derart häufig wegen meiner Kamera angesprochen wie mit der 4D: Bei meinem ersten Ausflug mit ihr gleich drei Mal! Dabei geht es mir nicht um mein Ego. Aber es zeigt, dass man mit diesem System anders wahrgenommen wird. Als ich zum Beispiel meinen Sohn auf dem Spielplatz filmte, geriet ich nicht in Verdacht, andere Kinder aufnehmen zu wollen, sondern wurde aufgrund des imposanten Formfaktors der dji Ronin 4D sofort als professioneller Videofilmer wahrgenommen. Denselben Eindruck hinterlasst Ihr mit der Kamera auch bei Kunden – insbesondere für Einsteiger, die sich erst noch beweisen müssen.

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